Umweltorientierte Produktion und Dienstleistungen 2019

(The Environmental Goods and Services Sector - EGSS)

Die endgültigen Ergebnisse weisen für die Steiermark im Jahr 2019 im Bereich der umweltorientierten Produktion und Dienstleistung einen Produktionswert von 8,2 Mrd. Euro (Österreich: 41,9 Mrd. Euro), eine Bruttowertschöpfung von 3,0 Mrd. Euro (Österreich: 16,8 Mrd. Euro) sowie einen Umweltexport von 3,8 Mrd. Euro (Ö: 13,4 Mrd. Euro) aus.

  • 35.153 Beschäftigte waren 2019 in der Steiermark in diesen Wirtschaftsbereichen tätig. 57,4% des Produktionswertes (Ö: 43,8%), 54,3% der Bruttowertschöpfung (Ö: 46,2%) beziehungsweise 61,8% der Umweltexporte (Ö: 33,3%) entfielen auf Umweltschutzaktivitäten. Diese wurden von 55,8% der Umweltbeschäftigten (Ö: 53,5%) erbracht.

  • Des Weiteren wurden 42,6% des Produktionswertes (Ö: 56,2%), 45,7% der Bruttowertschöpfung (Ö: 53,8%) sowie 38,2% der Exporte (Ö: 66,7%) von 44,2% der Beschäftigten (Ö: 46,5) über das Ressourcenmanagement erwirtschaftet.

  • 38,1% der Umweltbeschäftigten (Ö: 46,4%) waren 2019 im Dienstleistungsbereich (inkl. Hilfstätigkeiten) aktiv und erzielten dabei 27,1% des Produktionswertes (Ö: 41,3%), 35,4% der umweltbezogenen Bruttowertschöpfung (Ö: 48,3%) respektive 4,0% der Umweltexporte (Österreich 8,8%).

  • Verbundene Güter kamen auf 5,5% des Produktionswertes (Ö: 6,5%), 4,7% der Bruttowertschöpfung (Ö: 4,8%), 4,7% der Exporte (Ö: 7,9%) sowie 4,8% der Beschäftigten (Ö: 5,0%).

  • 30,7% des Produktionswertes (Ö: 26,2%), 24,9% der Bruttowertschöpfung (Ö: 23,6%), 29,1% der Exporte (Ö: 21,1%) und 31,4% der Beschäftigten (31,8%) betrafen die Herstellung umweltfreundlicher Güter.

  • End-of-pipe Technologien erbrachten 6,2% des Produktionswertes (Ö: 4,1%), 6,2% der Bruttowertschöpfung (Ö: 3,7%) beziehungsweise 10,8% der Exporte (Ö: 8,4%) mit 3,9% der Beschäftigten (Ö: 2,9%).

  • Integrierte (saubere) Technologien erwirtschafteten 30,5% des Produktionswertes in der Steiermark (Ö: 21,9%), 28,8% der Bruttowertschöpfung (Ö: 19,7%) sowie 51,4% der Umweltexporte (Ö: 53,8%). 21,8% der Beschäftigten (Ö: 13,9%) waren in diesem Bereich tätig.
  • Die Energie dominiert die Umweltwirtschaft: das „Management der Energieressourcen" erbrachte 2019 mit 30,9 % der Beschäftigten (Ö: 34,4%) 33,8% des Produktionswertes bzw. 2.766 Mio. Euro der Umweltwirtschaft (Ö: 45,0%). Die Bruttowertschöpfung machte einen Anteil von 34,3% (1.021 Mio. Euro) an der umweltbezogenen Bruttowertschöpfung aus (Ö: 41,6%; 7,0 Mrd. Euro). Die Exporte lagen bei einem Anteil von 33,7% (1.275 Mio. Euro) der gesamten Umweltexporte (Ö: 60,7%; 8,1 Mrd. Euro).
  • Der Bereich Gewässerschutz, Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser beinhaltet als Umweltgut unter anderem die Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft. Mit 19,8% der Umweltbeschäftigten (Ö: 26,0%) - im Vergleich zu 11,4% des Produktionswertes (Ö: 14,8%), 14,0% der Bruttowertschöpfung (Ö: 16,9%) beziehungsweise 2,5% der Exporte (Ö: 5,6%) - ist dieser Bereich sehr beschäftigungsintensiv.

  • Unter Einbeziehung der unselbständig Beschäftigten im öffentlichen Verkehr gab es 2019 in der Steiermark 39.224 (Ö: 225.947) Umweltbeschäftigte.

  • Im Jahr 2019 war der Wirtschaftsbereich „Herstellung von Waren" für 59,2% (34,9% der Beschäftigten) des EGSS-Produktionswertes verantwortlich, gefolgt von „Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen" mit 11,5% (9,7% der Beschäftigten), „Bau" mit 9,8% (9,8% der Beschäftigten) und "Information und Kommunikation" mit 7,3% (8,9% der Beschäftigten).

Tabelle:  Entwicklung Umweltwirtschaft 2008-2019
Grafik:  Steiermark (EGSS) 2019, Umwelteinsatz nach Wirtschaftsbereichen, Anteil in %
Grafik:  Steiermark (EGSS) 2019, Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen, Anteil in %

Begriffserklärung:

Verbundene Güter dienen direkt und ausschließlich dem Umweltschutz bzw. dem Ressourcenmanagement, z.B. Komponenten von Abwasseranlagen wie etwa Filter.

End-of-pipe (nachsorgende) Technologien dienen der Kontrolle, Behandlung und Beseitigung von Umweltverschmutzung und Ressourcenabbau (beispielsweise Kläranlagen).

Integrierte („saubere") Technologien sind weniger umweltverschmutzend bzw. ressourceneffizienter als entsprechende konventionelle Technologien und Produktionsprozesse (z.B. Solaranlagen).

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